Dienstag, 28. Februar 2017
Alt wie ein Baum
...möchte ich werden, singen die Phudys heute noch. Dieser Drachenbaum ist 2000 Jahre alt, das wäre dann doch ein bisschen viel.
Wasser
IDer Atlantik tobt. Das sahen wir heute Mittag schon beim Lunch auf der Klippe, in San Juan de Rambla, östlich von Garachico.
Das Auto hat seitdem eine Salzkruste.
Zurück im Ort hinderte mich nur ein Schrei von J auf einen Stau aufzufahren (dort ist doch nie einer), große Teile des Ortes abgesperrt. Wir denken an Karneval, die Sicherheitskräfte sprechen vom Meer.
Wir schauen mal, die Gischt fegt über die Uferstraße. Auf einmal türmt sich eine gigantische Welle auf und Wassermassen ergießen sich in den Ort, das Wasser rollt die Staße raus, vorne treiben Bank und Tisch des Strandlokals. Wir, wie die anderen, nichts wie weg. Die ja immer noch gehbehinderte J flüchtet mit einem Mordsschreck, was ihr nicht gut tat.
Wieso das Meer heute seine Zähne zeigt, keine Ahnung. Es ist nicht außergewöhnlich stürmisch. Wir wohnen sicher 20 m höher, dürften also sicher schlafen können.
Allerdings fließt jetzt der Verkehr durch die eigentliche Fußgängerzone vor unserem Hotel vorbei.
Zuwachs
Der Vulkanausbruch 1706 hat die Insel vergrößert. Dies ist das alte Tor zum Hafen, durch das alle per Schiff ein- und ausgelieferten Waren hindurch mussten.
Es hat die Laca überlebt, steht aber heute weit in der Stadt in einem Park.
Montag, 27. Februar 2017
Garachico
Ehemaliges Handelszentrum. Irgendwie vergessen und vom Tourismusboom verschont, komplett ohne große Hotels und Apartmentanlagen. Ab und an bringt der TUI-Ausflug eine Gruppe in die Stadt, die ansonsten nicht unsympathisch verschlafen wirkt.
Baden könnte man in von der Lava vor der Stadt geschaffenen Becken. Könnte, denn die Brücke hin zu den "Meerwasserpools" ist kaputt (J interveniert, angeblich gibt's weiter im Osten auch zugängliche Pools).
Dafür ist das Städtchen "echt". Mit dem zentralen Platz, um den sich Kirchen, das Rathaus und der Palast aus dem 16. Jahrhundert, der stilecht restauriert unser Hotel beherbergt, gruppieren. Wenige Kunstgewerbeläden, die zumindest nach eigener Behauptung keinen Chinaschrott verkaufen. Schon ist eine bestickte Tischdecke im Rucksack.
Garachico wurde vor 300 Jahren von Lava überzogen, einige der zerstörten Prachtbauten wurden nach alten Plänen wiedererrichtet.
Es ist heute leicht bewölkt aber mild. Das heißt ich sitze im T-Shirt, J ordentlich verpackt an der Küste und wir lauschen dem Klang der Wellen.
Angesichts der benötigten technischen Hilfsmittel ist klar, die gemeinsamen Bergwanderungen mussten ausgebucht werden.
Sonntag, 26. Februar 2017
Wieder über'n Berg
Im Traum regnete es in Garachico. Real auch - überraschenderweise. Es nieselt bei 18°. Das Frühstück dafür großartig.
Angeblich scheint auf der Insel immer irgendwo die Sonne, also auf Richtung Süden. Das geht nicht anders, als über die Ausläufer des großen Vulkans, also in wenigen Kilometern wieder von 0 auf 1100.
Den Wolken ganz nah. Runter geht es über Santiago Teide, vorbei an. Lügenden Mandelbäumen.
Die atlantische Steiküste erreichen wir im eher etwas schickeren Puerto de Santiago. Der Ort hat noch ein paar Einsprengsel des alten Fischerdorfs erhalten und nur eine Hotelburg. Ansonsten einApartmenhäuser und Villen.
Schauen uns sofort die Immobilien-Peise an.
Weiter geht's unterhalb des Tenogebirges die Westküste entlang. La Caleta hat einen fast noch komplett erhaltenen alten Ortskern. Drum herum Hotels und Apartmenthäuser die sich bis ins Gebirge hochziehen und die Bananenplantagen zu verdrängen drohen.
Die Küste ist geprägt von der Lava. Strände gibt es wenig, wo das gibt's schwarzen Sand. Sonst kommt man über Leitern in den Atlantik.
Kein Vergleich dieser Insel mit La Palma, Hier ist es auf Tourismus ausgelegt, und zwar so gut wie alles. Keine Speisekarte ohne englisch und deutsch, vielfach auch noch russisch.
Samstag, 25. Februar 2017
Mokka
Ein Opel Mokka wird uns zugeteilt. 80 km geht's vom Süden der Insel 1100 m hoch, durch unzählige Serpetinen an die Nordküste und dort steil wieder hinunter. Oben 9°, unten 19°.
Das Horel hat Charme, das Essen "um die Ecke", unprätentiös aber ausgezeichnet. Ein milder Abend. Der Urlaub kann beginnen.
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